die US-Notenbank hat zum ersten Mal seit 4 Jahren den Zinssatz gesenkt und zwar mehr als erwartet um einen halben Prozentpunkt auf 4,75%. Das zeigt, dass Notenbankchef Bernanke die Risiken für die Gesamtwirtschaft deutlich höher einschätzt als die Inflationsgefahren. Die jüngsten Preisentwicklungen dürften ihm Recht geben. Das US-Arbeitsministerium hatte zuvor für August 2007 einen unerwartet starken Rückgang der Erzeugerpreise bekannt gegeben. Mit diesem Schritt pumpt die Federal Reserve Geld in den Wirtschaftskreislauf und stützt damit die Konjunktur in den USA. Dennoch, im Prinzip hatten wir alle mit weniger gerechnet und uns auf eine Politik der kleinen Schritte eingestellt. Diese Entscheidung zeugt doch von einer deutlichen Sorge der Notenbankgouverneure für die Wirtschaft. “Die Anspannung auf dem Immobilienmarkt könnte das Wirtschaftswachstum allgemein dämpfen“, hieß es in einem Kommentar der FED. Der Schritt dürfte auch der Wirtschaft in Europa auf die Sprünge helfen. Heute hatten mehrer Institute und der IWF ihre Prognosen für das laufende Jahr gesenkt.
An der Börse in New York wurde die Entscheidung mit einem scharfen Anstieg um 200 Punkte begrüßt, auch wenn sich die Kurse schon kurz danach wieder beruhigten. Für Ben Bernanke ist die gegenwärtige Krise der erste große Test seit Beginn seiner Amtszeit vor 18 Monaten. Bisher hatte sich die FED eher ruhig verhalten und abgewartet. Aber heute war in den USA bekannt geworden, dass die Zwangsversteigerung von Häusern sich nahezu verdoppelt hat. Jetzt musste er handeln. markisen Außerdem sehen wir nun, dass Bernanke eben nicht Greenspan ist. Der hätte sich auf einen Senkung um 0,25% beschränkt, seine bevorzugte Rate. Es scheint, als habe Bernanke die Finanzmärkte mit diesem Schritt überraschen wollen, nachdem nach der letzten Sitzung im August allgemein mit Enttäuschung aufgenommen wurde, dass die FED die Zinsen konstant gelassen hatte.
Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben gestern im Vorfeld der Entscheidung fest geschlossen. Der DAX drehte am Nachmittag aufgrund überraschend guter Zahlen der US-Investmentbank Lehman Brothers klar in die Gewinnzone und schloss fest – mit einem Plus von 1,27% bei 7.575 Punkten. Wir können erst einmal aufatmen, aber noch ist die Woche nicht vorbei, denn in den kommenden Tagen stehen die Zahlen weiterer US-Banken und am Freitag der große Verfallstermin an. pozycjonowanie können Sie sich noch an die Liedzeile „… und kostet der Sprit auch 2 Mark 10 …“ erinnern? Viel ist seitdem – auch außerhalb der Politik - passiert. Die Mark gibt es nicht mehr und inzwischen wünscht man sich Spritpreise von 1,07 Euro je Liter zurück. Selbst Diesel ist für diesen Preis kaum zu erhalten.
In den letzten Tagen gab es erneute Preisanstiege an den Zapfsäulen. Für diese Entwicklung werden verschiedene Faktoren verantwortlich gemacht: So konnten die jüngsten US-Lagerdaten die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen. Kein Wunder, sanken doch die US-Rohölvorräte in der vergangenen Woche um 4,0 Mio. Barrel, bei den Benzinlagerbeständen gab es einen Rückgang von 1,5 Mio. Barrel.
Zum anderen ist das Wetter schuld: Damit ist nicht das triste Schauerwetter hierzulande gemeint, dass offenbar in Deutschland seine neue Heimat gefunden hat. Vielmehr sorgt in Mittelamerika die diesjährige Hurrikansaison für Verunsicherung. Gab es im letzten Jahr durch die gefährlichen Stürme keine größeren Schäden, so sieht dies in diesem Jahr etwas anders aus. Inzwischen machen sich sogar Sorgen breit, dass es zu Beeinträchtigungen bei den Ölförderungen im Golf von Mexiko kommen könnte. Denn noch ist die Hurrikansaison nicht zu Ende – erst Ende des Monats darf (zumindest dem Kalender nach) aufgeatmet werden.
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Mit Spannung wird jetzt auf das Treffen der OPEC-Länder gewartet. Sollten hier die Förderquoten nicht erhöht werden, so könnte sich der Preisanstieg weiter fortsetzen. Da hilft es auch nicht, dass zahlreiche Experten mittelfristig mit fallenden Preisen beim „schwarzen Gold“ rechnen. Wer auf das Auto angewiesen ist, wird kaum solange warten können.
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Tagesausblick: Mittwoch, 19.September 2007
Auch heute hagelt es wieder Konjunkturdaten aus den USA. Die Verbraucherpreise sollen sich gegenüber dem Vormonat den Prognosen zufolge nicht verändert haben, zu den Realeinkommen gibt es keine Prognose, zuletzt war diese Größe um 0,1% gefallen. Interessant für uns werden die Zahlen vom Immobilienmarkt sein. Für August wird ein Rückgang der Baubeginne um 3,7% gegenüber Juli (zuvor -6,1%) erwartetet, die Baugenehmigungen sollen um 4,6% gegenüber Juli gefallen sein (zuvor -1,7%). last minute Zusätzlich werden die wöchentlichen Rohöllagerbestände bekannt gegeben. Bei den Investmentbanken geht es weiter mit Morgan Stanley. Nachdem Lehman gestern den Markt mit besseren Zahlen als erwartet überrascht hatte, dürfen wir auf Morgan Stanley gespannt sein.
Insider kaufen gegen den Trend
Gestern ist der ZEW-Index weiter gefallen. Auf minus 18,1 Punkte. Nicht überraschend, wie ich finde, denn die Finanzmarktprofis tendieren dazu, auf den Trend aufzuspringen und zurzeit ist einfach jeder gedämpft pessimistisch.
Ich möchte heute eine andere Meldung dagegen halten. So haben wir dieser Tage erfahren, dass Manager wieder verstärkt kaufen .Das so genannte Insider-Barometer ist nämlich im September auf 160 Punkte - den höchsten Stand seit 4 Jahren - gestiegen. Zur Erinnerung: ein Wert über 110 wird als Kaufsignal gesehen.
Wie passt das zusammen? Top-Manager, davon können wir ausgehen, lassen sich in ihren Investmententscheidungen viel weniger als andere von Stimmungen beeinflussen, sondern mehr von den fundamentalen Größen. Folglich nutzen sie die aktuellen Unsicherheiten des Marktes aus und kaufen gegen den Trend. Selbst auf dem aktuell immer noch hohen DAX-Niveau denkt kaum ein Manager daran, Gewinne zu realisieren. Die Käuferliste sieht übrigens so aus: HCI-Capital, Hypo Real Estate, Balda, Premiere und Daimler Chrysler. Sorgen machen sollten Sie sich um SAP und Wacker.
Finanzmarktprofis aber betrachten die aktuellen Stimmungen und lassen sich leichter beeinflussen. Das führt zu dieser Diskrepanz. Die Stimmung am Finanzmarkt kann übrigens sehr schnell umschlagen. Noch im Mai hatte der ZEW-Index mit 24 punkten im Plus gelegen. Seitdem fällt er. Aber für den langfristigen Erfolg an den Börsen sind die fundamentalen Größen wie Gewinne wichtiger als kurzfristige technische Faktoren wie die Stimmung.
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Wochenausblick: IAA und US-Wirtschaft im Visier cd druck
In dieser Woche geht es seitens der Konjunktur zunächst recht ruhig zu. Am heutigen Tag wird es einen Vorgeschmack auf die Zahlen des ifo-Geschäftsklimaindex oder der ZEW-Konjunkturerwartungen geben. Der nicht ganz so stark beachtete sentix-Konjunkturindex
für das Euroland wird veröffentlicht. Auf Grund der Stimmungseintrübung in den letzten Wochen ist mit einem Rückgang auf rund 20 Punkte zu rechnen.
Der Dienstag steht ganz im Zeichen des Öls: In Wien findet das 145. ordentliche Treffen der OPEC-Länder statt. Experten erwarten, dass es dort keine Änderungen der Förderquoten geben wird.
In den USA sorgt unterdessen am Dienstagnachmittag die Handelsbilanz für Aufmerksamkeit. Die veröffentlichten Daten sollten sich auch auf die Entwicklung am Devisenmarkt niederschlagen.
Am Mittwoch werden die US-Öllagerbestände veröffentlicht, die dann den Preisverlauf des „schwarzen Goldes“ abermals bestimmen werden.
Am Donnerstag wird die Statistik „Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe“ in den USA veröffentlicht. Im Euroland dürfte der EZB-Monatsbericht für Gesprächsstoff sorgen.
Das Highlight der Woche bildet ohne Zweifel der Freitag: Hier kommen aus den USA zahlreiche Nachrichten: Neben der Industrieproduktion stehen hier die Einzelhandelsumsätze für August im Blickfeld. Dann wird es eine erste Tendenz geben, ob sich die jüngste Subprime-Krise auch auf die Konsumausgaben der Verbraucher auswirkt.
Zusätzlich werden noch Aussagen über die Kapazitätsauslastung getätigt und auch das Verbrauchervertrauen, das von der Uni Michigan gemessen wird, wird zum Wochenschluss einen Einfluss auf die Performance der Aktienindices haben.
Seitens der Unternehmen stehen die Automobilkonzernen in dieser Woche im Zentrum des Interesses: In Frankfurt öffnet ja die IAA ihre Pforten. Ebenfalls aus Frankfurt wird es aber am Donnerstagmorgen ebenfalls Zahlen geben, die nichts mit Autos zu tun haben. Es werden die Verkehrszahlen der Fraport sein.
Kommt es in den USA zur harten Landung der Konjunktur?
Den Wochenabschluss an den Börsen haben Sie sich sicherlich anderes vorgestellt, oder? Am Freitag gab es fast panikartige Verkäufe. Schuld daran war – nicht wie zuletzt – allein die US-Subprime-Krise; vielmehr gibt es inzwischen Befürchtungen, wonach die amerikanische Konjunktur durch diese Probleme möglicherweise ins Straucheln gerät. Anhaltspunkte, die dieses dunkle Bild bekräftigen und den Pessimisten Recht geben, waren am Freitag die neuesten amerikanischen Konjunkturdaten. Gerade die Meldung vom Arbeitsmarkt schockierte:
So teilte das US-Arbeitsministerium vor Börsenbeginn mit, dass es in der US-Wirtschaft im August - erstmals seit vier Jahren einen Stellenrückgang gegeben hatte. Es gab ein Minus von 4000 Stellen. Volkswirte rechneten im Vorfeld mit einem Zuwachs außerhalb der Landwirtschaft von 110.000. Immerhin verharrte die Arbeitslosenquote auf ihrem Vormonatswert von 4,6 Prozent.
Noch am Donnerstag sorgten Wirtschaftsmeldungen für aufkeimenden Optimismus: So stieg die Produktivität außerhalb des Agrarsektors im zweiten Quartal deutlicher als vorhergesagt. Auch die Stimmung der Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor im August hatte sich überraschend aufgehellt. Diese positiven Meldungen sind zum Wochenschluss aber in Vergessenheit geraten.
Doch es gibt auch etwas Positives: Der Freitag sorgte dafür, dass es inzwischen keine Zinshoffnungen mehr gibt. Vielmehr erwarten jetzt die Experten einen Zinsschritt. Die einzige Frage, die sich dabei stellt: Gibt es einen Rückgang von einem halben oder einem Viertelprozent? Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Zinssenkungen „Dünger“ für die Aktienmärkte sind. Der Euro scheint die Frage nach der Höhe der Zinssenkung bereits beantwortet zu haben: Er nimmt Kurs auf sein Allzeithoch. Dies spricht in den USA für einen deutlichen Zinsschritt nach unten, so Devisenmarktexperten.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche
natürlich denken Sie wie viele Menschen heute wahrscheinlich an die Anschläge vom 11. September und auch daran, dass es in Deutschland vielleicht sogar heute ähnlich verheerende Terrorakte gegeben hätte, will man dem glauben, was derzeit berichtet wird.
Aber als Investor werden Sie sicher auch die schlechtere Stimmung an den Börsen weltweit sehen. Der Jahrestag des 11. September in dieser Woche schlägt den Börsianern zusätzlich aufs Gemüt. Zur Erinnerung: Um 17% war der DAX im September 2002 abgestürzt, nicht auf Dauer allerdings.
Die schlechte Stimmung im Markt hält sich, zumal die zuletzt eingeleiteten Maßnahmen der US-Notenbank bisher kaum Wirkung zeigen. Ein weiterer Zinsschritt rückt näher. Immer mehr unter Beschuss geraten die Aktien der Banken. So mehren sich die Kommentare, dass die meisten Banken ihre Gewinnschätzungen für das 3. Quartal kaum halten können. So geben die Kurse der Bankaktien zurzeit auf breiter Front nach. Das belastet natürlich den ganzen Markt. Technologieaktien halten sich hingegen erstaunlich gut.
Die derzeitige Krise ist also „noch“ vor allem eine Krise des Finanzsektors. Doch es wird längst alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Gestern Mittag standen viele Bankaktien dick im Minus, zu den größten Verlieren zählten sie jedoch nicht. Der DAX fiel gestern wieder unter 7.400 Punkte. Wir müssen uns wohl darauf einstellen, dass er neue Tiefststände testen könnte.
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Tagesausblick: Dienstag, 11. September 2007
Der heutige Tag steht in Deutschland ganz im Zeichen der Autos. Die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt wird für die Presse geöffnet und so gibt es reihenweise Pressekonferenzen unter anderem BMW, Chrysler, GM/Opel, Porsche, Audi, Toyota und Peugeot, um nur einige zu nennen. Porsche will auch Gesamtabsatz und Umsatz für das Geschäftsjahr 2006/2007 bekannt geben. Andere Zahlen geraten da fast in den Hintergrund wie die Q3-Zahlen von Medigene oder die August-Verkehrszahlen der Lufthansa. Die Börsianer wird dieses PR-Feuerwerk der Automobilbranche sicher weitgehend kalt lassen und auf die Tagung der OPC in Wien schauen.
„Grüne“ Autos auf der IAA last minute
Noch kurz vor der IAA muss die deutsche Automobilbranche herbe Kritik einstecken. Die deutsche Automobilindustrie habe die Hybridtechnik verpennt und das Feld der günstigen Kleinwagen zu bereitwillig den Japanern überlassen, hört man da. Oder: Den Markt der billigen und sparsamen Kleinwagen hätten sich die Japaner gesichert, nachdem die hiesigen Autobauer so bereitwillig das Feld geräumt haben.
Dazu fällt mir ein, dass die Hybridtechnik längst nicht so ausgreift ist, wie sie immer hingestellt wird und auch in Deutschland verbrauchsgünstige Kleinwagen hergestellt werden. Nur sind die in der Regel teurer. Vor allem, weil die Produktion hier noch viel mehr Zeit in Anspruch nimmt, als in Asien.
Hat die Autoindustrie jahrelang nur glänzende Spritfresser präsentiert, setzt sie in diesem Jahr voll auf die Ökowelle. Auf dem Volkswagenstand steht der Golf Blue Motion im Mittelpunkt, eine Sparversion des normalen Modells, die nur noch 4,5 Liter Diesel auf 100 Kilometern verbrauchen soll. Außerdem hat VW den kleinen Geländewagen Tiguan in petto, der im Herbst zu den Händlern kommt. Mit Spannung wird ein erstes Konzept für einen Kleinstwagen erwartet, den VW ab 6000 € anbieten will.
Opel kann auch wieder mithalten. Jahrelang kämpfte die deutsche Tochter des US-Automobilriesen General Motors mit Absatz- und Kostenproblemen. Doch das neue Astra-Modell, das voraussichtlich 2009 auf den Markt kommt, soll in 16 Stunden gefertigt werden - fast auf Toyota-Niveau. Opel will außerdem ein Hybridauto auf der Basis eines Corsas zeigen, das auf 100 Kilometern lediglich 3,75 Liter Diesel verbrauchen soll. Zudem wird GM erstmals in Europa das Brennstoffzellenauto HydroGen4 und das Elektroauto GM Volt vorstellen.
Den Vorwurf, die Ökowelle verschlafen zu haben, lassen die Europäer nicht gerne auf sich sitzen. Selbst BMW und Mercedes wollen in den oberen Klassen besonders umweltschonende Autos vorstellen
Alle werden da sein. Zur diesjährigen IAA haben sich 1.081 Aussteller aus über 40 Ländern angemeldet. Laut Branchenverband VDA werden mehr als 260 Neuheiten zu sehen sein. Allein die Automobilhersteller präsentieren 128 Neuheiten darunter 88 Weltpremieren, davon 46 von deutschen Herstellern. Offiziell geht es am Donnerstag los. Dann eröffnet Bundeskanzlerin Angela Merkel die Messe, die noch bis zum 23. September läuft.
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Nachdem gestern schon das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsforschungsinstitut seine Unkenrufe („Schlimmste Rezession seit 1949“) losgeworden ist, werden wir heute vom Ifo-Institut in München vielleicht Ähnliches hören. Im Augenblick läuft der Wettbewerb: Wer ist der größte Pessimist? Dennoch, ein paar harte Daten werden veröffentlicht: Der IEA Monatsbericht zum Ölmarkt, die US-Handelsbilanz (Oktober), die US-Im- und Exportpreise (November) und die wöchentlichen Erstanträge Arbeitslosenhilfe. Den DAX dürfte das alles wenig kümmern. Nachbörslich notiert er weiterhin knapp über 4.800 Zähler.
Vorsicht bei Unternehmensanleihen
Der Renditeabstand zwischen guten Unternehmensanleihen und Staatsbonds hat neue Höchststände erreicht. In Europa bekommt ein Anleger für eine Firmenanleihe mit noch guter Bonität (von BBB bei Standard & Poor's oder Baa bei Moody's) im Durchschnitt rund 6 Prozentpunkte mehr Zinsen pro Jahr als für Bundesanleihen. Bei gleichwertigen US-Firmenbonds ist der Renditeaufschlag noch deutlicher und liegt bei rund 8%.
Unternehmensanleihen, das werden Sie als aufmerksamer Beobachter des Marktes und dieses Briefes wissen, sind schon länger auf dem Weg, sehr hohe Renditen abzuwerfen. Der Hintergrund: Viele ehemals als sichere Schuldner geltende Firmen haben Probleme Kredite zu bekommen und suchen andere Finanzierungsmöglichkeiten. So musste Daimler jetzt 9% bieten, um sein neues Papier loszuwerden.
Linde kommt ebenfalls mit einer neuen Anleihe und kann immerhin auf ein solides Finanzprofil verweisen. Bei Moody’s erreicht Linde Baa1, Standard & Poor’s vergibt ein BBB+. Die neue siebenjährige Euro-Anleihe (Fälligkeit 8. Dezember 2015) lockt mit einer aktuellen Rendite von 6,46%. Im Vergleich zu Bundespapieren mit ähnlicher Laufzeit lässt sich ein Renditevorsprung von rund 3,7 Prozentpunkten erzielen.
Eine gute Investmentidee? Die Schattenseite: die Kurse der Anleihen sind im Keller, so dass der Kursverlust zum Ausgabepreis den hohen Kupon nicht aufwiegen kann. Bis sich das ändert, sollten Sie sicher sein, dass Sie das Geld nicht dringend brauchen und möglicherweise die Anleihe bis zum Enddatum halten können. Dann können Ihnen die Kursrückgänge egal sein.
Dennoch: trotz guter Ratings vieler Firmen, die jetzt Anleihen auf den Markt bringen, heißt es genau hinschauen, wie die Marktaussichten des Unternehmens sind. Denn selbst bei kurzfristigen Investments gilt: Das Unternehmen muss in 3 oder 4 oder 7 Jahren noch am Markt sein, damit es sein Schulden zurückzahlen kann.
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